Akkela Dienstbier - Christine Henke Fotoarbeiten und Fotografien

06/01/2017 bis 11/02/2017

Öffnungszeiten: Mo-Sa 11-13 Uhr & Mo-Fr 16-20 Uhr

06.01.2017 um 19:30 Uhr | alle Räume

Denisa

...und die Winde kommen und gehen...Frauen aus aller Welt in unserem Land

©Fotoarbeit "Denisa": Akkela Dienstbier

Fast die Hälfte der Menschen aus anderen Ländern sind heute Frauen. Frauen planen den Wechsel ihres Lebensortes ebenso wie Männer. Verschiedene Gründe veranlassen sie dazu: die Suche nach einem besseren Leben in der Fremde, die Sehnsucht nach der freien Gestaltung des eigenen Lebens oder aus Angst vor Krieg, Nöten und Repressalien in der Heimat; oder schlicht aus Liebe.

Das Ankommen in einem anderen Land ist damit verbunden die eigene Identität den veränderten Verhältnissen in einer neuen Umgebung anzupassen. Dabei begegnen den Frauen aus verschiedenen Ländern auch unterschiedlichen Stereotypien. Wird eine Frau aus Mexiko, Schweiz oder Italien ebenso als Migrantin gesehen wie eine Frau aus der Türkei oder Syrien?

Alle Frauen haben immer einen Kultur- und Naturort, an dem sie ihre erste Kindheit verbracht haben und der bedeutsam ist für ihren Lebensweg. Gespräche über Erinnerungen an Orte, Dinge und Situationen sind die Grundlage von den Arbeiten der Künstlerin Akkela Dienstbier und der Fotografin Christine Henke über diese Frauen aus aller Welt.

Die fotografische Arbeit von Christine Henke zeigt nun aktuelle Portraits von Frauen, teilweise gibt es Überschneidungen mit den Arbeiten von Akkela Dienstbier.

Die Erinnerungen der von Christine Henke Portraitierten finden Ausdruck in der farbigen, poetischen Erzählweise der Fotografien. Sie zeigen einen Ausschnitt ihres heutigen Lebens. Die Anwesenheit der Kamera provoziert zu Reaktionen. Sie werden motiviert ihre ungesicherte Identität zu erforschen und hinabzutauchen in die eigene Vergangenheit.

Die körperliche Präsenz der Frauen im Bild zeigt den Dialog, der bereits beim Fotografieren statt fand. Er setzt sich fort im wechselseitigen Blick von portraitierter Person und Betrachter, von Außen und Innen. Das Interesse an diesen Menschen ist die Motivation für dieses Projekt. Durch die Macht der Bilder, als Spiegel des Selbst und des Anderen, entsteht die Möglichkeit über die individuellen Erfahrungen nachzudenken.

Daher - der Blick ist niemals desinteressiert.

Akkela Dienstbier dagegen beschäftigen die Ursprünge, die Herkunft der Frauen: welche Bedeutung hat das Aufwachsen in einer bestimmten Kultur und Vegetation, was bewirkt der Umzug in eine andere Kultur-Landschaft? Was bedeutete es mit verschiedenen Kulturen aufzuwachsen zum Beispiel als Kind von Migranten?

Es geht Dienstbier darum den Ausgangspunkt dieser Lebenswege zu erfassen. Über Gespräche entsteht ein Eindruck von der Frau und ihrem damaligen Mädchensein, den Dienstbier in die Bearbeitung von alten Kinderfotos der Frauen einfließen lässt. Dazu arbeitet sie die Person an sich heraus und umgibt sie mit Naturmaterialien, die sie aus den Erzählungen der Frauen aufgreift oder stimmungsmäßig ergänzt zum Beispiel mit weichen Weidenkätzchen.

In den bearbeiten Werken von Akkela Dienstbier werden die Mädchen am Beginn ihrer Lebensreise gezeigt. Letztendlich: wie unterscheiden sich die kleinen Mädchen aus anderen Ländern von Mädchen hier und heute? Es sind Kinder - hier wie anderswo.