C`EST PARIS ! - ÇA AUSSI !

30/10/2010 bis 04/12/2010

Öffnungszeiten: Mo-Sa 11-13 Uhr & Mo-Fr 16-20 Uhr

29.10.2010 um 19:30 Uhr | in allen Räumen

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C`EST PARIS ! - ÇA AUSSI !
Das ist Paris ! Das auch !

Ausstellung vom 30. Oktober bis 04. Dezember 2010

Zur Ausstellungseröffnung "C`EST PARIS ! - ÇA AUSSI !" am
Freitag, den 29. Oktober 2010 um 19:30 Uhr sind Sie und Ihre
Freundinnen und Freunde herzlich in die Villa Ichon eingeladen.

Es begrüßt Lothar Bührmann (künstlerischer Leiter der Villa Ichon).
Frau Barbara Schulte (Nordwestradio, ehem. ARD-Auslands-Korrespondentin in Paris)
führt ein Künstlergespräch mit Jürgen Sieker.

 

 

Fotografien von Jürgen Sieker 2005 - 2010

Seit ca 30 Jahren beschäftigt sich der Bremer Fotograf Jürgen Sieker mit der Darstellung des Menschen. Aufsehen erregte er zu Beginn der 90er-Jahre mit seiner Bildserie famous faces, kunstvoll inszenierte Charakter- darstellungen berühmter Persönlichkeiten - von Willy Brandt bis Naomi Campbell.

In der Folgezeit setzt sich Sieker verstärkt mit der Darstellung des Men-
schen in anderen Kunstformen auseinander. So entsteht 1994 die Bildserie
Hommage à Toulouse Lautrec, die in der Bremer Kunsthalle zeitgleich mit der Ausstellung des französischen Malers präsentiert wurde.
Die Auseinandersetzung mit anderen Kunstformen setzt sich fort in Bildserien über Ausdruckstänzer und fand ihren vorläufigen Höhepunkt in der Serie Kopf an Kopf, die im Jahr 2000 im Bremer Übersee-Museum zu sehen war.

Der Dialog zwischen Bildender Kunst und Fotografie fasziniert den Autor weiterhin: C`EST PARIS ! - ÇA AUSSI ! zeigt häufig Werke, die aus Doppelbildern bestehen - oft ein Ausschnitt eines Gemäldes aus einem Pariser Museum, der mit Szenen aus dem Pariser Straßenleben konfrontiert wird. Sieker vergleicht diese Montage von zwei Motiven mit dem Filmschnitt - einer gestalterischen Möglichkeit, die pulsierende Lebendigkeit der Metropole zu unterstreichen.
Paris übt auf den Autor vor allem deshalb eine besondere Faszination aus, weil in dieser Stadt die unterschiedlichsten Erscheinungsformen menschlichen Daseins auf relativ engem Raum offen zu Tage treten,
z.B. große soziale und ethnische Unterschiede. Um diese Unterschied-lichkeit der Motive darzustellen, entwickelt der Autor Ausdrucks- formen, die dem jeweiligen Motiv in besonderer Weise gerecht werden. Dabei scheut er sich auch nicht, mitunter relativ extreme elektronische Verfremdungsmöglichkeiten anzuwenden. Entscheidend für ihn ist, dass dies nicht zu einer Effekthascherei führt, sondern, dass es der Steigerung der Ausdruckskraft eines Bildes dient. Sieker ist überzeugt von der Richtigkeit der Aussage Egon Kischs: „Um die Wahrheit darzustellen, bedarf es der Phantasie".
Trotz aller Unterschiedlichkeit der Fotografien bleibt die aus seinen früheren Serien bekannte Handschrift des Fotografen deutlich sichtbar:
Sieker legt einen großen Wert auf die Konzentration auf das Wesentliche,
einen klaren Bildaufbau und auf die Exaktheit der Abbildung.
Neu im Werk Siekers ist die Farbe. Bis vor einigen Jahren galt er als einer
der konsequentesten Schwarz-Weiss-Fotografen. „Ich habe 40 Jahre im Schwarz gebadet!" so seine Worte. Man gewinnt den Eindruck, dass die
unterdrückte Farbe sich in C`EST PARIS ! - ÇA AUSSI ! nunmehr in regelrechten Farborgien Raum verschafft.