Gunther Gerlach und Dieter Rogge: Zeichen - Sprache

01.08.2013 um 19:30 Uhr | in allen Räumen

karte ichon Kopie

Arbeiten auf Papier

Ausstellung vom 02.08.2013 - 31.08.2013

Für Gunther Gerlach, dem Bildhauer-Zeichner, und Dieter Rogge, der ausschließlich
im Medium der Zeichnung arbeitet, steht im Vordergrund ihrer Arbeit, dass sie sich
weder auf die Möglichkeiten der Abbildbarkeit gesehener Welt allein verlassen
wollen, noch dass sie Strategien konzeptueller Verfahrensweisen verfolgen.
Stattdessen realisieren beide mit geradezu archaischen Mitteln Prozesse, die sich
einerseits einer rationalen Logik widersetzen und andererseits in ihrer Klarheit und
Durchschaubarkeit jedermann gegenüber nachvollziehbar bleiben. In ihren Arbeiten
findet man jene Vergegenständlichung vor, die als gespeicherte Ideen und Eindrücke,
als sedimentierte Erfahrung im noch vorbegrifflichen Zustand auf bildhafte
Formulierung drängen. Dabei wird ein Weg beschritten, auf dem im Spannungsfeld
zwischen Ent- und Verwerfen, zwischen Antizipation und Regression mit den Mitteln
des Zeichenstifts oder der Materialbearbeitung ein formaler Tatbestand hergestellt
wird, der am Ende allein sich selbst erklärt und damit trägt. Nicht in der Logik der
zentralperspektivischen Sehweise, sondern in der Unberechenbarkeit der gestaltenden
Hand liegt die Chance auf gültige Aussagen über das, was uns umgibt
und ausmacht.

 Als Besonderheit der Zeichnungen Gerlachs fällt auf, dass er das
Form- und Raumproblem auf der Fläche angeht, indem er über die sichtbare Form
hinaus will und so das Räumliche vielschichtig zu durchdringen sucht - eine Möglichkeit,
die in der Bildhauerei so nicht gegeben ist.

Bei Dieter Rogge, dem Zeichner, lassen sich ebenfalls jene Tendenzen erkennen,
den perspektivischen Tiefenraum zu überwinden. Eine Möglichkeit eröffnet sich
dem Künstler, indem er insbesondere bei den Landschaftsdarstellungen und Stadtansichten
das Motiv wie aus der Vogelschau bearbeitet.