Licht über Altona

09/01/2009 bis 20/02/2009

Öffnungszeiten: Mo-Sa 11-13 Uhr & Mo-Fr 16-20 Uhr

08.01.2009 um 19:30 Uhr

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Ein Hamburger Arbeiterquartier um 1955 | Ausstellungseröffnung am Donnerstag, den 8. Januar 2009 um 19:30 Uhr. Begrüßung: Lothar Bührmann (künstlerischer Leiter der Villa Ichon) Eröffnungsrede: Hilaneh von Kories (Galerie Hilaneh von Kories, Hamburg)

Vom 9. Januar bis zum 20. Februar 2009 präsentiert die Villa Ichon eine Ausstellung des Hamburger Fotografen Herbert Dombrowski. Unter dem Titel „Licht über Altona“ zeigt die Ausstellung einzigartige Schwarz-Weiß-Bilder des alten Hamburger Arbeiterstadtteils Altona und seiner Bewohner in der Nachkriegszeit.

Im Zweiten Weltkrieg waren mehr als die Hälfte aller Bauten in Hamburg zerstört worden. Die Arbeiterviertel in Altona hatte es besonders hart getroffen. Die Menschen lebten dort in maroden, dürftig instand gesetzten Häusern und Notunterkünften. Die Oberbaudirektion Hamburg und die Wohnungsbaugesellschaft Neue Heimat berieten Anfang der 50er Jahre über einen Neuaufbau dieses Gebietes. Die alten, engen Mietskasernen sollten abgerissen und durch moderne, begrünte Wohnblöcke ersetzt werden.

1954 gab die Neue Heimat dem Fotograf Dombrowski den Auftrag, das Sanierungsgebiet im östlichen Altona zwischen Holstenbahnhof und Elbe vor dem geplanten Abriss zu fotografieren. Dombrowski hat damals jedoch mehr als eine reine Bestandsaufnahme geschaffen. Er fing mit seinen Schwarz-Weiss-Fotografien auch das Leben der Menschen in den engen Gassen ein. Er fotografierte die spielenden Kinder, die ärmlich gekleideten Frauen, die Männer, die Schrott und Lumpen sammeln, Wäsche, die in den Hinterhöfen trocknet, und den Dunst vom Rauch der Kohleöfen im Gegenlicht. Seine
atmosphärisch dichten Bilder, die jetzt in der Ausstellung „Licht über Altona“ zu sehen sind, sind einzigartige Zeugnisse einer vergangenen Zeit.

Die Zusammenarbeit der Galerie mit dem heute 90-jährigen Fotografen begann vor zwei Jahren mit der sehr erfolgreichen Ausstellung „Jedes Bild ist mir begegnet“. Die Sichtung und Aufarbeitung von Dombrowkis Archiv veranlasste Hilaneh von Kories zu diesem zweiten Projekt: die Dokumentation „Licht über Altona“, die bereits 1997 im Altonaer Museum in Hamburg zu sehen war, zwar unter dem gleichen Titel, aber in einer neu bearbeiteten und neu zusammengestellten Fassung zu präsentieren. Die Ausstellung umfasst über fünfzig Motive, die von Mika Väisänen in Handarbeit als Silbergelatine Fine Prints auf Baryt Papier in Museumsqualität hergestellt wurden.

Herbert Dombrowski wurde 1917 in Hamburg geboren und begann schon als Schüler zu fotografieren. Bereits 1936 wurde sein Bild von der „SS St. Louis“, die der damals 19jährige mit einer gebrauchten Leica im nächtlichen Hamburger Hafen fotografiert hatte, Titelbild der Zeitschrift „Reclams Universum“. Erst nach Ende des Zweiten Weltkrieges begann Dombrowski als Berufsfotograf zu arbeiten. Er eröffnete ein kleines Fotoatelier in Eppendorf, begann mit Auftragsarbeiten für ein Einrichtungshaus und die Friseurinnung. 1949 und 1950 arbeitete er als Strandfotograf in Timmendorf und erlernte dabei den fotografischen Umgang mit Menschen. Von 1953 bis 1955 war er bei der Wohnungsbaugesellschaft Neue Heimat angestellt. Es entstanden erste Foto-Reportagen für das Hamburger Journal, den Stern und den Spiegel. In den 60er Jahren wurde Dombrowskis erzählerischer Stil von der Werbung entdeckt. Über zwanzig Jahre lang arbeitete er als Werbefotograf überaus erfolgreich für Konzerne wie VW, BMW und ESSO. 1985 zog Herbert Dombrowski sich aus dem Berufsleben zurück.

Sein fotografisches Werk wird von der Galerie Hilaneh von Kories in Hamburg betreut.