Marundes Landleben

30/04/2010 bis 12/06/2010

Öffnungszeiten: Mo-Sa 11-13 Uhr & Mo-Fr 16-20 Uhr

29.04.2010 um 19:30 Uhr | in allen Räume

Schweinefreiweb2

Marunde weiß wovon er zeichnet: Er wohnt und lebt auf dem Lande, in einem kleinen 150-Einwohner-Dorf an der Elbe, zwischen Bioland und Gentechnik, Windenergie und Atomkraft, Großbauern und aus den Städten geflohenen Zweitwohnsitzlern.

Weite Landschaften und dramatische Wolkenhimmel, schiefe Fachwerkhäuser und klapprige Scheunen, Blumenwiesen und Tümpel: Cartoons von Marunde sind aufwendig gestaltete Malerei, entweder in klassischer Aquarell- und Öltechnik oder mit dem Computer in Szene gesetzt, opulente Schilderungen einer provinziellen Beschaulichkeit, die manchmal einen gruseligen Nachgeschmack hinterlässt.

Provinz: Das ist für den Zeichner die emotional aufgeladene Landschaft wie auch das entleerte Dorf, das romantische Fachwerkhaus wie der gefegte Bürgersteig einer Serienhausneubausiedlung, ein verschlafener Hafen wie ein Industriegebiet.

Diese Provinz ist die Bühne für Marundes Humor, sein Darstellerensemble umfasst die ganze Spannbreite zwischen kompktem Altbauern und stylishem Jüngling, grüner Witwe und Karrierefrau im werberelevanten Alter. Natürlich auch Tiere, die, wie es sich in einer Fabel gehört, nicht nur sprechen können, sondern auch menschliche Schicksale und Nöte teilen.

Marunde-Cartoons würden, wenn man sie kritisch einordnen will, wohl am ehesten in die Sparte „Komische Kunst“ passen. Nicht nur wegen ihres handwerklichen Aufwandes, sondern auch wegen ihres eher hintersinnigen und niemals denunzierenden Humors.

Die Bezeichnung „Künstler“ lehnt Marunde für sich selbst ab: Er sieht sich als Unterhalter und Satiriker, der mit den Mitteln der Malerei versucht, die Wirklichkeit zu spiegeln.

Marunde wird anwesend sein.

Hier ein Fernsehbeitrag von Radio Bremen (c) 29.April 2010:
http://www.radiobremen.de/mediathek/index.html?id=028395