Geraubte Bücher in deutschen Bibliotheken: eine unerledigte Aufgabe?

02.03.2017 um 17:30 Uhr | Raum 5 und Raum 6

Staats und Universitaetsbibliothek Bremen2

Diskussion über den Umgang öffentlicher und wissenschaftlicher Bibliotheken mit Büchern aus jüdischem Besitz.

Fotocredit: © Staats- und Universitätsbibliothek Bremen 

Bildinformation: Rückgabe-Stempel wie diese sind im bundesweiten Bibliothekswesen noch längst keine Selbstverständlichkeit. Die im Zugangsbuch sichtbare Abkürzung „J. A.“ steht für „Judenauktion“.

Die bedeutende Büchersammlung des Warenhaus-Besitzers Georg Tietz (HERTIE) galt als verschollen, bis vor Kurzem aus Bautzen eine Aufsehen erregende Meldung kam: der „bedeutendste NS-Raubgutfund an einer Stadtbibliothek“. Der spektakuläre Fund ist jedoch kein Zufall: Bautzen ist nach Nürnberg die einzige kommunale Bibliothek, die in ihren Beständen bereits systematisch nach Raubgut sucht.

In Bremen gibt viel Erfahrung mit der mühsamen Suche nach geraubten Büchern. Die Bremer Staats- und Universitätsbibliothek (SuUB) war diesbezüglich nicht nur Pionierin unter den wissenschaftlichen Bibliotheken Deutschlands, sondern ist auch Erbin der Bestände der historischen Bremer Stadtbibliothek. Was muss geschehen, damit die Suche nach Raubgut in den eigenen Beständen zur Selbstverständlichkeit wird? Und welche Unterstützung brauchen Bibliotheken dafür? Eine Diskussion mit Barbara Lison (Vorsitzende des Deutschen Bibliotheksverbandes),Volker Cirsovius-Ratzlaff (SuUB) und Robert Langer (Stadtbibliothek Bautzen). Moderation: Henning Bleyl, Böll-Stiftung

Veranstalter:  Heinrich Böll Stiftung Bremen