Über Emil Julius Gumbel (1891 - 1966)

26.01.2017 um 19:30 Uhr | Raum 5

Dr. h.c. Dr. h.c. Heinrich Hannover, Worpswede 

Emil Julius Gumbel, Professor für statistische Mathematik und politischer Publizist, war in der Weimarer Republik der bekannteste Kritiker der politischen Justiz. Seine Veröffentlichungen über die Mordtaten der Freikorps, der schwarzen Reichswehr und anderer präfaschistischer Organisationen und über die Parteinahme der Justiz zu diesen Verbrechen trugen ihm den Hass der Hitler-Faschisten und ihrer politischen Vorläufer ein. Als Jude, Pazifist, Antifaschist und Sozialist war er Anfeindungen und Repressionen ausgesetzt, die ihn schon vor Hitlers Machtantritt zur Emigration zwangen. Heinrich Hannover hat Gumbel, der in Frankreich und USA Asyl gefunden hatte, noch persönlich kennengelernt und sein Wissen für das zusammen mit Elisabeth Hannover-Drück verfasste Buch „Politische Justiz 1918 – 1933“ genutzt. Als Gumbel kurz vor Erscheinen dieses Buches starb, war er in Deutschland vergessen. Eine Rückkehr in seine Heidelberger Professur war abgelehnt worden.

Heinrich Hannover war Strafverteidiger. Er ist Verfasser zahlreicher Veröffentlichungen, u.a. des zweibändigen Werks „Die Republik vor Gericht. Erinnerungen eines unbequemen Rechtsanwalts.“ Weit verbreitet sind seine zahlreichen Kinderbücher, mit denen Generationen junger Menschen aufgewachsen sind.

Veranstalter: masch bremen